KI-generierter Code: Welche Prinzipien für Ihre Software noch gelten
Ein großer Teil des Codes entsteht heute nicht mehr von Hand: KI-Agenten schreiben Änderungen, öffnen Pull Requests und reparieren Fehler, oft als „Vibe Coding“ ohne genaue Prüfung. Was heißt KI-generierter Code für ein Unternehmen, das eine Website oder Anwendung bestellt?
Was sich verändert hat
Aus der Open-Source-Welt wird berichtet, dass die Zahl der Code-Änderungen stark steigt, während die Zahl der Entwickler kaum wächst. Ein wachsender Teil der Änderungen kommt von Agenten, nicht von Menschen. Prozesse, die auf sorgfältiges Lesen jeder Zeile durch einen Menschen ausgelegt waren, kommen damit an ihre Grenzen.
Der Softwarearchitekt Yegor Bugayenko hat im Oktober 2026 in seinem Vortrag „Principles We Had to Abandon“ (Konferenz ITGorky) sieben Grundsätze beschrieben, die sein Team aufgeben musste, und was an ihre Stelle getreten ist. Wir haben sie zusammengefasst und für Auftraggeber eingeordnet.
Die sieben Grundsätze und was sie für Ihr Projekt bedeuten
| Neue Regel statt altem Grundsatz | Was das für Ihr Projekt bedeutet |
|---|---|
| 1. Kommentare im Code sind überflüssig Der Code soll sich selbst erklären, Agenten lesen ihn direkt. | Für Ihr Projekt bleibt eine Dokumentation Pflicht. Wer die Anwendung in drei Jahren ändert, muss wissen, was gebaut wurde und warum. |
| 2. Altcode gibt es nicht mehr Agenten aktualisieren Abhängigkeiten und beheben alte Fehler in kurzer Zeit. | Hilfreich bei Pflege und Migration. Für Sie bedeutet es: Ein Projekt muss trotzdem regelmäßig aktualisiert werden, sonst entstehen Sicherheitslücken. |
| 3. Kein Mensch prüft mehr jede Änderung Bei Hunderten Änderungen am Tag wird die Prüfung zur Formsache. | Bei Systemen mit Kundendaten, Rechnungen oder Zahlungen bleibt eine menschliche Abnahme nötig. Sie entscheidet, ob es richtig ist, nicht nur, ob es läuft. |
| 4. Höflichkeit gegenüber Autoren entfällt Schlechte Änderungen werden automatisch abgelehnt. | Automatische Grenzen, etwa für die Größe einer Änderung, sind sinnvoll. Sie ersetzen aber nicht die Abnahme durch Sie als Auftraggeber. |
| 5. Tests werden zu Vorher-Nachher-Bildern Statt lesbarem Testcode prüfen Ergebnisdateien Ein- und Ausgaben. | Ein Vorteil, wenn Ihr Entwickler Ihnen diese Beispiele zeigt: Sie sehen konkret, was sich geändert hat. |
| 6. Auswirkung statt Zeilen Man prüft, was eine Änderung bewirkt, nicht den Code selbst. | Gut für den Überblick. Bei Anmeldung, Zahlungen und Zugriff auf Kundendaten muss trotzdem jemand den Code ansehen. |
| 7. Der Hauptzweig darf kaputtgehen Geschwindigkeit geht vor Stabilität, Agenten reparieren schnell. | Für eine Live-Website ist das nicht akzeptabel. Entwicklung und Live-Betrieb müssen getrennt sein. |
Wie wir damit arbeiten
Wir nutzen KI-Assistenten beim Schreiben von Code, und wir übernehmen die Vorteile: schnellere Umsetzung, weniger Routinearbeit. Die Verantwortung bleibt aber bei uns. Jede Änderung geht über einen Versionsverlauf, wird vor der Veröffentlichung geprüft und erst dann auf die Live-Seite gespielt. So arbeiten wir auch an unserer eigenen Website: Die Entwicklung läuft auf einem eigenen Zweig, der Live-Stand wird nur aus einem geprüften Stand gebaut. Sensible Bereiche wie Formulare, Anmeldung und Datenzugriff prüfen wir von Hand.
Vier Fragen vor dem Auftrag
- Wer prüft den Code? Nennen Sie einen Namen oder einen festen Prozess, keine Floskel.
- Gibt es Tests und Sicherungen? Ohne sie merken Sie einen Fehler erst beim Kunden.
- Wem gehört der Quellcode? Er muss Ihnen gehören, mit Zugang zum Versionsverlauf.
- Wer betreibt die Software nach der Übergabe? Klären Sie das vor dem Start, nicht danach.
Ist KI-generierter Code sicher?
Nicht automatisch. Er kann Fehler und Sicherheitslücken enthalten wie von Hand geschriebener Code. Entscheidend sind eine menschliche Abnahme, Tests und getrennte Entwicklungs- und Live-Umgebungen, besonders bei Formularen, Anmeldung und Datenzugriff.
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